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Methadon

An Methadonbehandlung interessierter Heroinkonsument

Methadon ist ein lang wirkendes synthetisches Opioid, das in Europa seit den 1960er Jahren zur Behandlung der Heroin-oder Opioidabhängigkeit zur Verfügung steht.

Einnahme von Methadon
Methadon steht als Sirup (oder manchmal als Tablette) zur Verfügung und wird oral eingenommen. Methadon wird in der Regel jeden Tag verabreicht. Eine übliche Tagesdosis Methadon liegt zwischen 60 mg und 100 mg, obwohl einige Menschen niedrigere oder auch wesentlich höhere Dosen brauchen. Es kann sein, dass es in Einzelfällen eine Woche oder länger dauert, bis du die für dich ideale Dosis erhälst.

Was könnte ich mögen oder nicht mögen?

  • Methadon hat sich als wirksam erwiesen und kann über längere Zeiträume sicher verabreicht werden. Du solltest keinen Entzug verspüren und kein so starkes Verlangen mehr Heroin haben.
  • Methadon kann sedierend wirken (d. h. du bist leicht „betäubt” oder „abgeschirmt”), was manche mögen, da es näher an der Wirkung des ursprünglichen Opioids liegt.
  • Methadon wird in der Regel täglich genommen, um einen Entzug zu vermeiden. Dies kann die Einhaltung eines Langzeitprogramms erleichtern, da das Auslassen einer Methadondosis zum Entzug führen kann.
  • Manche finden es schwierig, die Einnahme von Methadon zu beenden. Positiv gesehen, kann dies dazu beitragen, dass du deinen Behandlungsplan einhältst.
  • Obwohl es sicherer ist, als Heroin auf der Straße zu verwenden, kann man Methadon überdosieren. Besondere Gefahr besteht am Beginn der Behandlung, wenn man nicht an das Methadon gewöhnt ist.
  • Methadon hat Wechselwirkungen mit vielen anderen Substanzen. Wie bei Buprenorphin sind Menschen gestorben, nachdem sie Methadon und Benzodiazepine zusammen in nicht verschriebenen Dosen genommen haben.
  • Methadon kann mit anderen Medikamenten interagieren und unerwünschte Nebenwirkungen verursachen, daher solltest du mit deinem Arzt sprechen, wenn du verschiedene Medikamente (z. B. antiretrovirale Medikamente zur Behandlung von HIV oder manche Antibiotika) einnimmst.

Wir räumen mit Mythen auf!
Auf der Straße kursieren häufig Mythen über bestimmte Behandlungen. Da ist es wichtig, Fakten von Fiktion zu trennen. Hier sind einige verbreitete Mythen, die Sie vielleicht über Methadon gehört haben.

  • "Du kommst nie mehr davon los." Menschen kommen natürlich immer wieder erfolgreich von Methadon los, und den meisten Problemen kann man irgendwie beikommen.
  • "Es geht dir in die Knochen." Manche glauben, dass Methadon in die Knochen eindringt: Hierfür gibt es keine wissenschaftlich belegbaren Daten, aber wenn es Folgen gibt, scheinen sie erst nach sehr langer Behandlungszeit aufzutreten.

Gibt es Nebenwirkungen?
Nicht jeder erlebt Nebenwirkungen; einige der häufigsten Nebenwirkungen von Methadon sind:


  • Schwitzen
  • Übelkeit
  • Verstopfung
  • Leichte Sedierung
  • Schmerzen in Muskeln und Gelenken
  • Wassereinlagerung
  • Kopfschmerzen
  • Schlaflosigkeit
  • Mundtrockenheit-Syndrom: ein Mangel an Speichel, von dem manche glauben, er verursache Zahnfäule.

Die Nebenwirkungen lassen häufig mit der Zeit nach; jedes neue Medikament kann Zeit benötigen, bis man sich daran gewöhnt hat.

Wiederaufnahme der Behandlung?

Wenn du in der Vergangenheit Methadon erhalten hast und Probleme hattest, solltest du mit deinem Arzt sprechen. Es kann sein, dass beim letzten Mal die Dosis zu niedrig war oder dies einfach nicht das richtige Medikament für dich ist.