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Diese Seite wurde mit finanzieller Unterstützung ("Educational Grant") von RB Pharmaceuticals Ltd, eine tochtergesellschaft der Indivior PLC, entwickelt

Buprenorphin

An Buprenorphinbehandlung interessierter Heroinkonsument

Buprenorphin ist ein lang wirkendes Opioid, das seit 1996 in Europa zur Behandlung der Heroin- oder Opioidabhängigkeit zur Verfügung steht.

Verabreichung von Buprenorphin
Buprenorphin-Tabletten sind in Dosen von 0,4 mg, 2 mg und 8 mg erhältlich und werden unter die Zunge gelegt, wo sie sich auflösen um aufgenommen zu werden. Die therapeutischen Dosen Buprenorphin liegen in der Regel zwischen 12 mg und 16 mg, obwohl einige Menschen höhere oder niedrigere Dosen benötigen. Normalerweise kannst du in 1-3 Tagen eine stabile Dosis Buprenorphin erreichen.

Was könnte ich mögen oder nicht mögen?

  • Buprenorphin ist wirksam und kann sicher über längere Zeit verabreicht werden. Bei richtiger Dosis stoppt es die Entzugserscheinungen und dein Verlangen nach Heroin/Opioiden reduziert sich deutlich.
  • Manchen sagt die Vorstellung zu, dass sie von Buprenorphin aus relativ problemlos auf eine andere Behandlung umsteigen oder die Einnahme komplett einstellen können.
  • Obwohl jeder zunächst mit einer Tagesdosis startet, finden es viele bequemer, durch eine Verdopplung oder Verdreifachung der Dosis das Medikament nur jeden zweiten oder dritten Tag einzunehmen. Dein Arzt kann dies möglicherweise nicht tun, wenn deine Tagesdosis zu hoch ist, da dann die maximal zulässige Dosis an einem Tag überschritten würde.
  • Wenn du keine anderen Drogen nimmst, ist eine Überdosis Buprenorphin aufgrund seiner besonderen chemischen Eigenschaften unwahrscheinlich. Wie bei anderen Medikamenten zur Substitution kann es jedoch zu Todesfällen kommen, wenn Buprenorphin und Benzodiazepine nicht wie vorgeschrieben eingenommen werden, insbesondere dann, wenn sie missbräuchlich zusammen verabreicht (z. B. injiziert) werden.
  • Es gibt immer mehr Belege, dass Buprenorphin Opiatkonsumenten klarer erscheinen lässt und weniger sedierend wirkt. Einige Patienten ziehen es vor, durch das Medikament mehr „abgeschirmt“ und „ruhiggestellt“ zu werden. Dann ist Buprenorphin für sie nicht das richtige Medikament.
  • Buprenorphin kann zu einem „Kick” führen, wenn es injiziert wird. Aus diesem Grund wird es auf dem Schwarzmarkt gehandelt. Manche Patienten werden durch diesen Umstand in Versuchung geführt, ihr Buprenorphin dort zu verkaufen.
  • Die sublinguale Tablette benötigt 5-10 Minuten, bis sie sich aufgelöst hat, und hat einen bitteren Geschmack.
  • Buprenorphin kann mit anderen Medikamenten interagieren und unerwünschte Nebenwirkungen verursachen, daher solltest du mit deinem Arzt sprechen, wenn du verschiedene Medikamente (z. B. antiretrovirale Medikamente zur Behandlung von HIV oder manche Antibiotika) einnimmst.

Wir räumen mit Mythen auf!
Auf der Straße kursieren häufig Mythen über bestimmte Behandlungen. Da ist es wichtig, Fakten von Fiktion zu trennen. Hier sind einige verbreitete Mythen, die du vielleicht über Buprenorphin gehört hast.

  • „Du kannst das nicht nehmen, wenn du große Mengen Heroin konsumiert hast.” Belege zeigen, dass weder die Tatsache, wie lange man Heroin nimmt, noch wie viel man nimmt, Auswirkungen darauf hat, wie Buprenorphin wirkt. Es ist bei der Eindämmung der Entzugserscheinungen und des Verlangens genauso wirksam wie andere Behandlungen, z. B. Methadon, solange eine therapeutische Dosis eingenommen wird.
  • „Der Entzug kann Wochen dauern.” In seltenen Fällen kann es zu einem beschleunigten Entzug kommen. Dieser tritt in der Regel auf, wenn du die Tabletten vor dem Erreichen eines leichten oder mittelschweren Entzugs einnimmst. Wenn es dazu kommt, sollte der Entzug einige Stunden und nicht Tage dauern und sollte sich, vorausgesetzt du konsumierst nicht erneut, schnell bessern, sobald du die nächste Dosis Buprenorphin nimmst. Dein Arzt kann Medikamente verschreiben, die Linderung verschaffen und helfen, den Drogenkonsum in der Zwischenzeit zu vermeiden. Ein länger andauernder Entzug, der sich immer weiter verschlimmert, ist nahezu immer ein Zeichen dafür, dass nicht genügend Buprenorphin genommen wird und du mit deinem Arzt sprechen musst.

Gibt es Nebenwirkungen?
Nicht jeder erlebt Nebenwirkungen; einige der häufigsten Nebenwirkungen von Buprenorphin sind:

  • Schwitzen
  • Übelkeit
  • Verstopfung
  • Leichte Sedierung
  • Schmerzen in Muskeln und Gelenken
  • Wassereinlagerung
  • Kopfschmerzen
  • Schlaflosigkeit.

Die Nebenwirkungen lassen häufig mit der Zeit nach; jedes neue Medikament kann Zeit benötigen, bis man sich daran gewöhnt hat.

Wiederaufnahme der Behandlung?
Wenn du in der Vergangenheit Buprenorphin oder Buprenorphin/Naloxon bekommen hast und Probleme gehabt hast, solltest du mit deinem Arzt sprechen. Es kann sein, dass beim letzten Mal die Dosis zu niedrig war oder dies einfach nicht das richtige Medikament für dich ist.